DCA (Dichloroacetic acid) – Die Lösung bei Krebs? Dichloracetat, Dichloressigsäure

Bereits im Jahre 2007 wurde an der University of Alberta in Edmonton, Kanada eine wirksame Methode zur Auflösung von Krebszellen entdeckt. Beobachtet wurde dies bei der Anwendung eines Medikaments, das zuvor gegen seltene Stoffwechselstörungen (Laktatazidose) bei Kindern angewendet wurde. Da das Medikament nicht patentierbar ist, zeigt bisher leider kein Hersteller Interesse sich weiter mit diesem Produkt zu beschäftigen.

Laut wissenschaftlicher Studien kann das Medikament Dichloracetat (DCA) Krebszellen auf eine einfache Art und ohne schwere Nebenwirkungen auflösen.

Wie kommt man zu der Annahme, dass DCA Krebszellen auflösen kann?
Der griechische Wissenschaftler Evangelos Michelakis von der University of Alberta in Edmonton, Kanada, testete im Reagenzglas die Wirkung von DCA auf menschliche Zellen und entdeckte dabei, dass DCA Lungen-, Brust- und Hirnkrebszellen aufgelöst wurden, nicht aber gesunde Zellen.
Dann wurden Ratten mit menschlichen Krebszellen infiziert, so dass diese Tumore entwickelten. Nun gab man ihnen einige Wochen lang mit DCA versetztes Wasser zu trinken. Bereits nach einer Woche begannen die Tumore zu schrumpfen und nach drei Monaten waren die Krebsgeschwüre nur noch halb so gross wie jene der unbehandelten Tiere.

Wie funktioniert DCA?
DCA hat die Möglichkeit die Mitochondrien einer Zelle zu beeinflussen. Man spricht davon, dass DCA die Mitochondrien zu neuem Leben erweckt.
In der Wissenschaft ist bekannt, dass die Mitochondrien einer Krebszelle gestört sind und nicht mehr Ihre normalen Aufgabe erfüllen. Die Aufgaben sind zum Beispiel Energieumsetzung und Überwachung der Zelle. Kommt das DCA an den Mitochondrien zum Einsatz, so können Mitochondrien wieder in Gang gesetzt werden. Daraus folgt eine Wiederaufnahme der normalen Energieumsetzung und der Überwachung. Nun kann erkannt werden, dass es sich um eine entartete Zelle handelt, es wird sofort die Apoptose (Zellzerstörung) eingeleitet.
Kurz gesagt DCA hilft dem Körper sein gestörtes System (Mitochondrienschwäche) zu reparieren und damit Krebszellen aufzulösen. DCA aktiviert die Selbstzerstörung von Krebszellen.

Nebenwirkungen von DCA
Verglichen mit der Toxizität von konventioneller Zytostatika sind die Nebenwirkungen von DCA vernachlässigbar. Lediglich bei einer Langzeitanwendung über viele Wochen kann es zu leichten Funktionsstörungen peripherer Nerven kommen, die jedoch nach Absetzen des Medikaments reversibel waren.
In der individuell abgestimmten Gabe, eingebettet in ein Behandlungskonzept mit unterschiedlichen Mitteln und Anwendungen konnten wir in unserer Praxis lediglich leichte Kopfschmerzen als Nebenwirkungen beobachten.

Quellen:
Pearson H. “Cancer patients opt for unapproved drug.” Nature. 2007 Mar 29;446(7135):474-5. (Krebspatienten entscheiden sich für nicht zugelassenes Medikament.)
Michelakis ED et al. “Dichloroacetate (DCA) as a potential metabolic-targeting therapy for cancer.” Br J Cancer. 2008 Oct 7;99(7):989-94. (Dichloracetat (DCA) als potenzielle am Stoffwechsel-ansetzende Therapie gegen Krebs.)
S. Bonnet et al. “A Mitochondria-K+ Channel Axis Is Suppressed in Cancer and Its Normalization Promotes Apoptosis and Inhibits Cancer Growth” Cancer Cell 11, 37–51; 2007 (Die Achse eines Mitochondrien-K+-Kanals wird bei Krebs unterdrückt und ihre Normalisierung fördert die Apoptose und hemmt das Krebswachstum)


DCA bei Glioblastom (Hirntumor)
In einer weiteren Arbeit (www.scienceTranslationalMedicine.org 12 May 2010, Vol 2 Issue 31 31ra34) beschreibt Michaelakis die Möglichkeiten des Einsatzes von DCA beim Glioblastom, einem bösartigen Hirntumor. Im Glioblastom-Gewebe wurde die Hyperpolarisation der Mitochondrienmembran gemessen und unter DCA Zusatz in vitro neutralisiert. Die Angiogenese (Gefäßneubildung) des Tumors wurde reduziert.
Bei dieser Arbeit wurden fünf Patienten mit Glioblastom über 15 Monate mit oralem DCA behandelt. Die dosislimitierende Toxizität waren dosisabhängige reversible periphere Neuropathien, es gab keine hämatologischen, hepatischen, renalen oder kardiologischen Toxizitäten. Positive klinische Effekte konnten bereits bei Dosierungen beobachtet werden, die keine periphere Neuropathie verursachten.
Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse (im Reagenzglas, Tierversuche und Erfahrungen beim Menschen) scheint DCA einen wichtigen Beitrag bei der ganzheitlichen Krebshilfe leisten zu können. Die gute Verträglichkeit und die unkomplizierte Durchführung bei quasi Nebenwirkungsfreiheit machen diese Substanz zu einem wichtigen Pfeiler in der komplementären Onkologie.

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